schröpfen/hijama/hacamat

das schröpfen gilt als eine der ältesten therapieformen überhaupt und wurde schon ca. 3000 v. Chr. auf einem mesopotamischen Arztsiegel dargestellt. es finden sich darstellungen von schröpfköpfen bereits im griechischen und ägyptischen altertum. auch im ägyptischen altertum, in china und im indischen ayurveda war das schröpfen bereits teil therapeutischer maßnahmen.

im islam ist das schröpfen eine seit langem etablierte heilungsmethode.

Der Gesandte Allahs, sallAllahu alayhi wa sallam, sagte: “In der Tat, die beste Medizin die ihr habt, ist Hijama …”
(Sahih al-Bukhari, 5371)

um Allahs (T) wohlgefallen für die behandlung zu bekommen, sollte die islamische geschlechtertrennung auch bei dem praktizieren von hijama beachtet werden.

paracelsus:

"Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe anhäufen und ausleeren. Wo sie dieses selbst nicht kann, dort mache ich ein Loch in die Haut und lasse die schädlichen Stoffe heraus"

schröpfen regt das immunsystem, den stoffwechsel und den lymphfluss an. bei dieser methode werden mehrere kleine, glockenförmige gläser, in denen ein vakuum erzeugt wird und an den therapeutischen stellen aufgesetzt.

aus naturheilkundlicher sicht ist das ziel schädliche stoffe oder krank machende substanzen aus dem körper zu entfernen.

durch den äußeren reiz der schröpfglocke wird das bindegewebe verstärkt durchblutet und die organtätigkeit der korrespondierenden organe stimuliert. dieses konzept ist auch von der schulmedizin anerkannt (stichwort Head'sche Zone) und wird als erklärung für die heilenden/lindernden effekte der massagen, insbesondere der schröpfkopfmassage, angeführt.

unterschieden werden trockenes schröpfen, blutiges schröpfen und die schröpfkopfmassage.

beim trockenen schröpfen werden die schröpfköpfe direkt auf die haut aufgesetzt.

hierbei kommt es zur ausbildung eines hämatoms. durch diesen reiz erreicht man zum einen eine steigerung der durchblutung, zum anderen eine tonisierung des gewebes, was sich im sinne der reflexzonen auch auf innere organe auswirkt.

das blutiges schröpfen ist eine kombination aus schröpfen und einer künstlich herbeigeführten mini-blutung. die zu behandelnde zone wird in der größe des zu verwendenden schröpfkopfes mit einer lanzette eingeritzt, ähnlich wie bei einem diabetiker, der bis zu fünf mal täglich so seinen blutzuckerspiegel kontrolliert. über diese mikroläsionen auf der haut wird der schröpfkopf aufgesetzt. sodass blut aus dem gewebe abfließen kann( 5 bis 100 ml).

bei der schröpfkopfmassage werden bestimmte Hautareale zur Anregung der durchblutung massiert. zunächst wird eine speziell zusammengesetzte, durchblutungsfördernde schröpfsalbe oder öl auf die haut aufgetragen, danach der schröpfkopf langsam über die haut bewegt.
über das per unterdruck entstandene vakuum wird ein starker reiz auf die haut ausgeübt - eine sehr wohltuende und tiefer gehende form der massage. sie kann starke verspannungen und verkrampfungen lösen, den stoffwechsel fördern und als vorbereitung für die anderen schröpfverfahren dienen.

indikationen für das schröpfen sind u.a.:

* aktivierung von organen über die headsche zonen
* anregung des lymphflusses
* bluthochdruck
* bronchitis
* kopfschmerzen
* hexenschuss
* asthma bronchiale
* bluthochdruck
* bronchitis
* depressive Verstimmungen
* entzündliche prozesse (akut und chronisch)
* gallenerkrankungen (funktionell, d. h. ohne organische Ursache)
* herzbeschwerden (funktionell, d. h. ohne organische Ursache)
* hormonelle dysbalancen (Ungleichgewicht)
* karpaltunnelsyndrom
* kopfschmerz
* lebererkrankungen (z. B. Fettleber, funktionelle Leberschwäche)
* menstruationsbeschwerden
* migräne
* mittelohrentzündung
* müdigkeit (chronisch)
* muskelverspannungen
* neuralgien (nervenschmerzen)
* nierenerkrankungen
* oberbauchbeschwerden
* osteoporoseschmerzen
* rückenschmerzen
* stärkung der abwehrkräfte
* schwäche (chronisch)
* schmerzen an der wirbelsäule
* schmerzen am gesamten bewegungaaparat
* verspannungen
* weichteilrheumatismus
* verdauungsstörungen (z. b. verstopfung)
* wechseljahrbeschwerden